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Für Sie unterwegs: Das Zarengold-Erlebnis

Nach mehr als 30 Jahren wieder auf der Transsibirischen Eisenbahn unterwegs: Globotrain Mitarbeiter Urs Steiner wählt dieses Mal nicht den öffentlichen Zug sondern den Sonderzug ZARENGOLD

Nach zwei sonnigen (und smogfreien) Tagen in Peking standen wir nun also vor dem modernen Hauptbahnhof von Peking, passierten Sicherheitskontrolle, wurden in einen Wartesaal geschleust, fast so wie auf einem Flughafen. Als das Gate zum Perron geöffnet wurde, steht unser durch den Veranstalter Lernidee organisierte chinesische Sonderzug schon bereit, der uns über Nacht in Richtung mongolische Grenze bringt. Bezug der Schlafwagenabteile, die mit Schlafwagenabteile in europäischen Nachtzügen zu vergleichen ist. Pünktlich gegen 22 Uhr geht es los und wir fahren vom Zentrum von Peking durch die ausgedehnten Aussenbezirke, wo immer wieder mal eindrückliche Hochhaussiedlungen in der Dunkelheit zu entdecken sind, in Richtung Norden.

Mit der militärischen Haltung können die SBB-Reisebegleiter nicht mithalten (nicht, dass es nötig wäre)

Vor dem Mittag erreichen wir Erlian an der chinesisch-mongolischen Grenze. Schon etwas anders, wenn man am Tag ankommt. 1984 kam ich mitten in der Nacht an und das ganze Bahnhofsgelände wurde mit chinesischer Opernmusik bespasst, während wir in einem Wartsaal auf unseren Zug warten mussten, an dem die Radsätze aufgrund der verschiedenen Spurweiten in China und der Mongolei gewechselt werden mussten.

Nach einem Mittagessen in einem Restaurant in Erlian lassen wir die ausgedehnten Grenzformalitäten über uns ergehen. Ausreisen aus China, im Niemandsland zum Grenzposten der Mongolen und am Schluss dann irgendwann zum eigentlichen Sonderzug, dem ZARENGOLD, der die Passagiere von der chinesischen Grenze bis Moskau bringen wird. Alles ist gut organisiert durch die Reiseleitung, einfach etwas Geduld und immer brav dahin laufen, wo einem gesagt wird. 

Im Bahnhof Erlian an der chinesisch-mongolischen Grenze

Der ZARENGOLD mit seinen 15 Wagen hat eine eindrückliche Länge. Neben den verschiedenen Schlafwagen sind auch fünf Speisewagen in den Zug eingereiht, so dass alle Gäste des Zarengolds gleichzeitig essen können. Einer der Speisewagen ist auch der Barwagen, wo schon auch mal die eine oder andere lustige Runde mit Sitzleder noch eine letzte Runde Vodka bestellt. Apropos Essen: Absolut erstaunlich, was die Küchencrew in der kleinen Speisewagen-Küche hervorzaubert. Alles frisch zubereitet und nicht nur im Mikrowelle regeneriert! Das ist auf jeden Fall ein grosser Fortschritt gegenüber den doch recht einfachen Kost im öffentlichen Zug zu Sowietzeiten, wo es primär Rotkohl, etwas fleischähnliches und eine Flasche Bier zum runterspülen gab - zweimal täglich...

Urs Steiner vor dem ZARENGOLD, bereit zur Abfahrt

Der ZARENGOLD-Sonderzug verfügt über eine breite Palette an Kategorien. Von den Vierbettabteilen über verschiedene Doppelabteile bis zur Kategorie "Bolschoi Premium", wo man eine eigene Nasszelle mit WC/Dusche hat. In allen Wagen mit Doppelbelegung hat es am Wagenende Toiletten und eine Dusche...und diese werden durch die russischen Wagenschaffner extrem sauber gehalten, da gibt es gar nichts zu meckern!

Abteil der Kategorie "Standard Superior"

Was bei der Abteilauswahl zu beachten ist: Gerade in den höheren Kategorien sind in den Abteilen Stockwerkbetten. Wer sich das nicht zutraut, ist unter Umständen besser in einer der mittleren Kategorien aufgehoben mit zwei unteren Betten. Auch nicht zu unterschätzen: Aufgrund der Länge des Zuges sind zwischen Schlafwagen und Speisewagen zum Teil mehrere Wagenübergänge zu bewältigen wo man doch die eine oder andere schwerere Wagentür öffnen und schliessen muss.

Bei den Besichtigungen merkt man die langjährige Erfahrung des Veranstalters. Da klappt alles wie am Schnürchen und wenn man nach 16 Tagen wieder in die Schweiz zurückkehrt, hat man alle Must-See (und einiges mehr) auf der Transsibirschen Strecke erlebt und wird wohl einige Tage benötigen, um all die vielfältigen Eindrücke zu verarbeiten.

Mein Fazit: Eine ideale Reise für alle, die innert kurzer Zeit die Höhepunkte der Transsib im Rahmen einer deutschsprachigen Gruppenreise erleben wollen. Ein dichtes Programm an Ausflügen und An-Bord-Vorträgen gewährleistet, dass man ein Maximum an Informationen erhält während der Reise. Ebenfalls sehr ausführlich sind die Reiseunterlagen, wo man sich ausgezeichnet vorbereiten kann. Wenn man auf die Reise geht, sollte man im Gehirn also noch ein paar Megabite Speicher frei haben, denn man lernt und erfährt viel in diesen 16 Tagen. Und auch für diejenigen, welche die Transsib vor 20 oder mehr Jahren schon mal gemacht hat, kann sich eine neuerliche Fahrt durchaus lohnen um die gewaltigen Unterschiede in Russland, Mongolei und China zu erfahren!

 In der Mongolei bietet sich eine optionale Jurten-Übernachtung in der "Mongolischen Schweiz" an (Ausblick von einer Superior-Jurte).

Wanderung mit Besuch einer Nomadenfamilie im Terjeli-Nationalpark

 Stadtrundgang in Ulan-Ude, dem Zentrum des Volkes der Burjaten.

Markt in Irkutsk, einer heute lebensfrohen Stadt mit einem reichhaltigen Angebot an Konsumgütern und einer schönen Fussgängerzone im Zentrum. Was für ein Unterschied zu den klammen Zeiten der Sowjetunion!

 

Die Route des Zarengoldes: Die Reise kann von Moskau nach Peking oder umgekehrt gebucht werden. Reisedaten und Preise finden Sie hier.

Wer lieber individuell unterwegs ist mit öffentlichen Zügen, findet seine Wunschreise hier.

Und wer die öffentlichen Züge bevorzugt, aber die Sicherheit einer Schweizer Reiseleitung schätzt, wird im Sommer 2019 bei uns ebenfalls eine Transsib-Gruppenreise finden. Schreiben Sie uns, damit wir Ihnen das Reiseprogramm senden können: infoglobotrain.ch oder Telefon 031 313 00 03.